RADPLAN DELTA
 
LICHT AM FAHRRAD – EIN PAAR ENTSCHEIDUNGSHILFEN
 
Es ist Herbst, und bald ist es Winter, und wir wollen oder müssen weiterfahren, aber wie?
Ich bin Minimalist, und deshalb fangen wir ganz klein an:
 
1) Wer um 16h losfährt und 90min die Trainingsrunde dreht, kommt ins Dunkle, aber nicht ins Stockdunkle. Wenn die Trainingsrunde dann auch noch bekannt ist, wir uns zügig bewegen wollen, ist eine SMART 1 Watt Diode
die beste Wahl. Perfekt gesehen werden, und der Parabolreflektor ist gut genug, dass man selbst was von der Fahrbahn sieht, also aktives Licht. Es ist meines Erachtens dafür die kleinste Lösung, die Objekte wirklich beleuchtet. Die Energieversorgung ist genial einfach: Nichts ist überallster als 4 Mignonakkus. Es gibt jedoch Grenzen: unbekannte Strecken im Stockfinstern, bei höherer Geschwindigkeit, und dann braucht man MEHR.
 
2) Das Mass der Dinge ist derzeit die Inolight 20+ von INOLED. Es mag bekannt sein, das DELTA nicht sonderlich auf Fachzeitschriften - Testergebnisse baut, aber Inolight 20+ war da nicht die Schlechteste...( britisch ausgedrückt ). Aus rechtlichen Gründen: bitte nur im Ausland damit fahren! Halogen war gut, doch wer das Input / Outputverhältnis einer Inolight 20+ sieht, weiss ohne Vergleichsmessungen und Teste: Halogen ist Vergangenheit. Wenn aus einer 3 Watt Diode mehr rauskommt als aus einer 5 Watt Halogen reicht das. Die Leuchte ist leicht, die Schrauben aus Edelstahl, der Halter robust und auch mit kalten Fingern noch zu bedienen. Die Stecker sind eindeutig und es gibt 3 verschiedene Montagepositionen: Lenker, Aheadvorbau und Bremsbolzen. In der Praxis überzeugt die Inolight 20+ durch eine so gute Lichtverteilung auf der Fahrbahn wie man es schlichtweg noch nicht gesehen hat. Die Stromaufnahme ist dabei im Vergleich zu Glühlicht so günstig, dass sehr früh volles Licht zur Verfügung steht und der Induktions - Bremseffekt bei dieser geringen elektrischen Belastung des Dynamos klein bleibt. Woher kommt jetzt der Strom dazu?
 
3) Die preisgünstigste Lösung der Novatec Nabendynamo. Er läuft ohne Belastung schon herzhaft, aber mit eingeschaltetem Licht wird der Widerstand auch nicht viel grösser. Wer also absehen kann, dass er mit dem Nabendynamo-Vorderrad eh fast nur im Dunkeln fährt, warum nicht?
 
4) Der Shimano DH 3N 71 läuft ohne Licht erfreulich leicht, so dass man auch über Tag schon Fahrspass damit haben kann. Dann kommt das Einschalten, und unsere Messung sagt: da kommt viel elektrische Leistung raus. Wo 3 Watt draufsteht ( stehen muss ) ist mehr als 3 Watt drin. Damit kann man zweierlei machen: Halogen 5 Watt betreiben, denn es gibt gute, preiswerte Leuchten und selbst-nachrüstbare Brenner ( die Fertigangebote sind zu teuer ). Dann hat man einen RELATIV preiswerten Nabendynamo und ein RELATIV preiswertes, stärkeres Leuchtmittel. Dafür bremst der Dyno unter der höheren Belastung auch naturgemäss. Die speziellen Eigenarten liegen im Detail: bei hoher Umdrehungszahl läuft der DH 3N 71 relativ besser, bei geringerer Drehzahl relativ schlechter als hochwertige Vergleichsprodukte. Messungen nur bei einer Geschwindigkeit können da ein Zerrbild ergeben. Die Stärke des Shimano ist gleichzeitig seine Schwäche: Er liefert für 2,4 / 3 Watt Verbraucher ZUVIEL Energie. Wer ihn nutzen möchte, sollte auch mehr brauchen. Glühlampen gehen bei längerer Überspannung früher durch, wenn keine elektronische Vorsorge getroffen wurde. 2 gleiche Verbraucher wahlweise in Reihe schalten ist elektrisch sinnvoll.
 
5) SON 20 ist laut Hersteller Schmidt erst bei höherer Umdrehungszahl nominell voll da, aber diese einschränkenden Angaben konnten wir im praktischen Test nicht bestätigen. Ab 10kmh steht mit 28 Zoll Laufrädern gutes und gleichmässiges Licht zur Verfügung, und ab spätestens 14 kmh die volle Leistung. Selbst beim Wenden auf der Strasse war genug Licht da! Es ist zu vermuten, dass die Wechselspannung des SON, die Gleichrichtung in der Inolight 20+ und der vermutliche Kondensator darin sich elektrisch so vorteilhaft ergänzen, dass die volle Leistung weitaus früher und ökonomischer zustande kommt als die jeweils isolierten Angaben von Inoled und Schmidt. Diese Kombination von 20-Zoll abgestimmtem SON und Inolight 20+ ist einfach nur perfekt: sehr geringer Widerstand, volles Licht und das bei erstaunlich geringer Geschwindigkeit. Besser geht es derzeit nicht.
 
6) SON 28 ist ähnlich wie DH 3N 71 ein Über-Normerfüller. Wer zügig fährt, hat so viel Spannung, dass er 2 Halos in Reihe betreiben kann; SON empfiehlt natürlich 2x den feinmechanisch sehr ordentlichen, nach Bankeinbrüchen gut bezahlbaren E6 aus eigenem Hause. Zugegebenerweise kommt da auch gut Licht raus, man hat ein imposantes Geweih auf dem Lenker und kann bei genügender Geschwindigkeit manuell den zweiten Scheinwerfer als Overdrive einschalten. Ist alles sauber, funktioniert tadellos, mit Plan. Es gibt Fahrer, die kaufen für diesen Preis aber einen neuen Rahmen.
 
7) SON XS 100 ist vor allem erst einmal leicht. Er hat seine Berechtigung für die kleine Gruppe von Fahrern, die ein sehr scharfes Anforderungsprofil haben. Bergauf mit einem leichten Vorderrad, bergrunter mit vollem Licht. Der seitliche Flanschabstand ist geringer. Eine gute 24 oder 28 Loch Aufspeichung mit einer ordentlichen Felge gibt gute Stabilität. Wer aber den Gewichtswahn übertreibt, zu leichte Felgen wählt und die dazu noch schlabbrig oder ungleichmässig aufzieht, wird keinen Fahrspass haben. Die Lösungen, die DELTA mit XS 100 anbietet, sind auf scharfes Fahren mit 90kg getestet.
 
8) Der wirklich gute Akku von INOLED sei last, but not least erwähnt. Denn letztlich ist der Akku immer noch schneller als der beste Nabendynamo, man muss ihn nur laden. Und da kommt es darauf an, wie man sich selbst kennt, was für ein Typ man ist. Nabendynamo heisst draufsetzen, losfahren, Licht einschalten, fertig. Akku heisst Ladezustand kontrollieren, was bei INOLED wirklich famos gelöst ist, graduell ablesbare Anzeige selbst im Dunkeln. Die Ausdauer ist erstaunlich gut, die Zeiten der ewig leeren Akkus der Halogenzeit sind vergessen. Wer jeden Tag laden möchte, es ist nicht verboten, aber bei INOLED nicht nötig, wenn man die üblichen Einsatzzeiten hat. Natürlich lädt der, der die ganze Nacht unterwegs war, sofort nach. Aber mit Halogen hätte der schon vor Mitternacht eh im Dunkeln gestanden. Die heutige Ladetechnik ist endlich sicher, und so ist Überladen ist bei INOLED nicht mehr möglich. Anschliessen, dranlassen, beim Abmachen immer voll. Die sind vom Elektrofach. Eine Alternative für ausgekochte Frostfahrer ist der Flachmann – Akku von Sigma. Den steckt man sich in die Trikottasche und die Körperwärme hilft der Elektrik. Dioden mögen es kalt, Akkus nicht. Ein langes Kabel schlingt man zwei oder dreimal spiralförmig auf dem Weg nach vorne um das Oberrohr, bevor der Stecker ins Inolight 20+ kommt. Akkus nimmt man in die Hand und denkt: die wiegen doch was. Richtig. Das Vorderrad nimmt man seltener in die Hand, aber auch Nabendynamo-Vorderräder sind nicht gewichtslos. Die Spanne reicht von einem bis anderthalb Kilo.
 
  Also entscheidet bitte den Rest selbst, die Wahl war noch nie so gut.
 
  Viel Spass im Dunkeln, Vorfreude auf den Sommer wünscht maro moskopp
 
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