RADPLAN DELTA
 
WERFER EINSTELLEN
 
DELTA empfiehlt und verwendet für sauberes Schalten von Doppelkettenblättern im
LKR 110 den Werfer Camp Veloce 2x10. Warum?
 
1) Lange Zeit waren bei Camp, vor den aktuellen Carbon - Varianten die Werfer Record, Chorus, Centaur / Daytona und Veloce technisch gleichwertig bis auf künstlich herbeigeführte, sekundäre Merkmale. Veloce ist der preiswerteste Weg, diesen Technikstand zu kaufen.
 
2) Der Camp - Werfer arbeitet, wenn richtig eingestellt, digital: er kennt nur: REIN oder RAUS, fummelige Anpassungen, Shimano-Diktion: "Trimmen" entfallen.
 
3) Er ist auch mit STI schaltbar, selbst mit 3fach STI linkem Hebel.
 
4) Der Käfig ist besser geformt und härter als z.B. Ultegra, von DA FD 7700 ganz zu schweigen.
 
5) Mit geeigneten Kettenrädern mit Fangnieten und guten Ketten, z.B. KMC X 10, werden auch anspruchsvollere Aufgaben wie 52x33 problemlos geschaltet.
DELTA verbaut nur solche Kettenräder, die auch schalten.
 
6) Der Werfer Veloce 2x10 ist von den Käfigabmessungen gleich geblieben zum 2x9 Werfer. Einzig der graue Kunststoffeinsatz im rechten Blech ist der Unterschied. Praktiker brechen ihn raus, egal ob 9x oder 10x, egal ob SH oder CA - System.
 
7) Veloce 2x10 ist als Anlötversion, mit 32er und 35er Schelle lieferbar. Wer 28,6er Schelle braucht, muss entweder Record 2000 oder Centaur nehmen oder mit einem Anlötadapter 28,6 mm arbeiten.
 
8) Der Hebelweg / die Übersetzung des Veloce 2x10 ist anders als bei Shimano. Der Werfer kommt auf einem kürzeren Hebelschwung.
 
9) Wer den Werfer optimal nutzen möchte, sollte eine 10x Kette benutzen, auch wenn er sie nicht unbedingt braucht. Vom Schaltverhalten ist KMC X 10 besser als Record 10x und die ist vorne noch besser als DA CN 7800.
 
10) Diagonalgänge wie 34x13 sollten aus vielen Gründen KEINEM Antriebssystem zugemutet oder abverlangt werden. Wer dies fordert, blättert bitte ganz schnell um.
 
EINSTELLUNG:
 
1) Werferhöhe so einstellen, dass die Unterkante des äusseren Blechs 0,5 mm über die Zahnspitzen des grossen Blattes zeigt, also SO TIEF WIE MÖGLICH
 
2) Kette auf grosses Blatt und kleinstes Ritzel legen. Werferwinkelung so einstellen, dass der Mittelteil des äusseren Blechs PARALLEL zur KETTE ist. Der Werfer ist dann nicht parallel zu den Blättern, sondern zeigt mit seinem Ende LEICHT nach aussen.
 
3) Anschlagsschraube für Hubbegrenzung aussen jetzt so einstellen, dass die Kette noch ca. 1,5 mm Platz bis zum äusseren Blech hat.
 
4) Kette auf kleines Blatt legen, grösstes Ritzel wählen. Anschlagschraube zur Hubbegrenzung nach innen so einstellen, dass die Kette ca. 1 mm Platz bis zum inneren Blech hat.
 
5) Seilzugspannung so knapp / stramm wie möglich. Auf dem kleinen Blatt sollte der Seilzug so stramm sein, dass wenn die innere Anschlagschraube ganz rausgedreht wird, der Werfer nur noch ca. 1 mm weiter nach innen kann.
 
KONTROLLEN:
 
1) Vorne grosses Blatt, hinten drittgrösstes Ritzel, bei CA 10 fach viertgrösstes Ritzel. Nutzt die Kette jetzt den trapezförmig eingeschnittenen Kanal vorne am inneren Blech optimal? Er bietet zusätzlichen Platz und verhindert Schleifen. Wenn die Kette NICHT auf der selben Höhe wie der Kanal ist, Werferhöhe entsprechend korrigieren und die Einstellung vollständig wiederholen.
 
2) Vorne kleines Blatt, hinten viertkleinstes Ritzel: Die Kette darf jetzt noch nicht das äussere Werferblech im hinteren Bereich berühren. Falls doch, 2 mögliche Ursachen:
a) Im kürzesten Gang ist der Werfer unnötig weit innen und lässt unnötig viel Platz zwischen Kette und innerem Blech. Bei fest aufgezogenen Kurbeln und ordentlichem Lager reicht dort 1 mm.
b) Der Werfer kann mit dem Heck noch GERINGFÜGIG weiter nach aussen gedreht werden. Danach die nachfolgenden Einstellschritte wiederholen
 
3) Sowohl Camp wie auch Shimano linke Bremsschalthebel haben Rasten. Es ist absolut wichtig, darauf zu achten, dass die Position RAUS = grosses Blatt exakt auf solch eine Raste fällt. Mit Feineinstellschrauben an den Zuganschlägen lässt sich dies erreichen; geschickte Schrauber schaffen das aber auch mit der primären Zugklemmung am Werfer. Wird der linke Hebel mit Handkraft auf das grosse Blatt bewegt und geht der Werfer nach Loslassen des Hebels ein Stück zurück, kann die Seilzugspannung erhöht werden. Benötigt man zum Erreichen der Position "aussen" etwas zu hohe Handkräfte und hat den Eindruck, der Zug sei beim Erreichen einer Raste stark gespannt, kann die Seilzugspannung vermindert werden.
Die Ergos haben mit ihren vielen Rasten im linken Hebel bessere Voraussetzungen als die STIs mit den wenigen Rasten. Lenkerendhebelfahrer sind hier am Besten dran, da es dort links nur reinen Friktionsbetrieb gibt.
 
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